Notfallhilfe
Jemand blutet stark. Was mache ich?
Ruf jetzt den Notruf für deines Landes an, oder lass jemand anderen anrufen, während du hilfst.
1. Drück fest. Leg ein sauberes Tuch, eine Wundauflage oder sogar deine behandschuhte Hand direkt auf die Wunde und drück kräftig. Heb sie nicht immer wieder an, um nachzusehen.
2. Drück mindestens 10 Minuten lang, ohne loszulassen. Wenn Blut durchsickert, leg mehr Stoff darauf und drück fester. Entferne die erste Lage nicht.
3. Leg die Person hin und halte sie warm. Die Beine leicht hochzulagern hilft, wenn ihr schwindlig wird und die Beine nicht verletzt sind.
4. Leg einen festen Druckverband über die Auflage, sobald die Blutung nachlässt, aber nicht so eng, dass Finger oder Zehen kalt oder blau werden.
Steckt ein Gegenstand in der Wunde, lass ihn drin und drück um ihn herum, nicht darauf. Lässt sich eine lebensbedrohliche Blutung an Arm oder Bein durch festen Druck nicht stoppen, leg ein handelsübliches Tourniquet 5 bis 7 cm oberhalb der Wunde an, notiere die Uhrzeit, lockere es nicht und hol Hilfe. Ein Kurs wird empfohlen, aber jeder darf ein Tourniquet anlegen.
Achte auf einen Schock: blasse, kalte, feuchte Haut, schnelle Atmung, Verwirrtheit. Das ist ein Notfall, auch wenn die Blutung aufgehört hat.
Wie behandle ich eine Verbrennung?
1. Kühl sie sofort unter kühlem (nicht eiskaltem) fließendem Wasser, volle 20 Minuten lang. Das ist das Nützlichste, was du tun kannst, auch wenn schon ein paar Minuten vergangen sind.
2. Nimm Ringe, Uhren und Kleidung in der Nähe der Verbrennung ab, außer sie kleben an der Haut. Festklebenden Stoff lässt du, wo er ist.
3. Halte die Person warm, während du nur die Verbrennung kühlst, damit sie nicht auskühlt.
4. Deck sie locker mit Frischhaltefolie in Streifen ab, oder bei einer Hand mit einer sauberen Plastiktüte. Keine flauschige Watte.
Verwende niemals Eis, Eiswasser, Butter, Öl, Zahnpasta oder Cremes. Stich keine Blasen auf.
Hol ärztliche Hilfe oder ruf den Notruf für deines Landes bei jeder Verbrennung, die größer als die Hand der Person ist, tief, weiß oder verkohlt ist, im Gesicht, an Händen, Füßen, in der Leiste oder an einem Gelenk liegt, durch Chemikalien oder Strom entstanden ist oder ein Kind oder einen älteren Menschen betrifft.
Jemand friert, zittert und ist verwirrt. Was mache ich?
Zittern, ungeschickte Hände, verwaschene Sprache und Verwirrtheit bei kaltem oder nassem Wetter bedeuten, dass der Körper schneller Wärme verliert, als er erzeugt. Handle früh.
1. Raus aus Wind und Regen: in eine Hütte, hinter eine Mauer, unter eine Plane.
2. Tausch nasse Kleidung gegen trockene, oder zieh trockene Schichten und eine Regenjacke darüber.
3. Isolier die Person vom Boden: Ein Rucksack, eine Isomatte oder Äste darunter sind genauso wichtig wie Schichten obendrauf.
4. Bedeck Kopf und Hals. Teilt notfalls Körperwärme in einem Schlafsack.
5. Gib warme, süße Getränke nur, wenn die Person ganz wach ist und leicht schlucken kann. Niemals Alkohol.
Wärm den Körper langsam auf. Reib nicht Arme und Beine, und steck die Person nicht in ein heißes Bad.
Hört sie auf zu zittern, obwohl sie noch kalt ist, wird sie sehr schläfrig oder redet sie wirr, ist es ernst. Ruf den Notruf für deines Landes an und bewege sie behutsam.
Wie bleibe ich bei einer Hitzewelle sicher?
Hitze tötet in Europa mehr Menschen als jedes andere Wetter. In heißen Klimazonen kann der Sommer Tage über 35 °C bringen. Das hier ist allgemeine Orientierung; ruf den Rettungsdienst für deines Landes, wenn jemand verwirrt wird, aufhört zu schwitzen oder zusammenbricht.
Zu Hause:
1. Schließe tagsüber Läden und Vorhänge auf der Sonnenseite; öffne nachts alles, wenn die Außenluft kühler ist.
2. Halte einen Raum als Kühlraum frei, am besten nach Norden und im Erdgeschoss.
3. Ventilatoren helfen nur unterhalb von etwa 35 °C. Darüber nimm feuchte Tücher auf der Haut, kühle Duschen und Füße in kaltem Wasser.
4. Trink regelmäßig, vor dem Durst. Gib eine Prise Salz oder ein Elektrolytpulver dazu, wenn du viel schwitzt. Meide Alkohol in der Tageshitze.
Draußen:
1. Erledige schwere Arbeit vor 10 Uhr oder nach 18 Uhr. Ruhe jede Stunde 10 Minuten im Schatten.
2. Hut, lockere leichte Kleidung, Sonnencreme und ein Liter Wasser pro Stunde Anstrengung.
Sieh nach älteren Nachbarn und allen, die allein leben; sie spüren oft keinen Durst. Lass nie Kinder oder Tiere im Auto. Zeichen von Hitzeerschöpfung: Kopfschmerzen, Übelkeit, Krämpfe, starkes Schwitzen. Bring die Person in den Schatten, kühle den Körper, lass sie Wasser in kleinen Schlucken trinken. Geht es nach 30 Minuten nicht besser, hol ärztliche Hilfe.
Hitzschlag (verwirrt, kein Schweiß mehr, Kollaps, sehr heiße Haut) ist ein Notfall: Ruf den Notruf und kühle die Person sofort und schnell, am besten in kaltem Wasser. Geht das nicht, durchnässe sie mit Wasser und fächle ihr Luft zu.
Was mache ich bei Gewitter im Freien?
Wenn du Donner hörst, bist du nah genug, um vom Blitz getroffen zu werden. Zähl die Sekunden zwischen Blitz und Donner: durch drei geteilt ergibt das die Entfernung in Kilometern. Unter 30 Sekunden: Handle jetzt.
1. Geh in ein Gebäude oder ein Auto mit Metalldach, wenn du eins erreichen kannst. Das ist der einzige wirklich sichere Ort.
2. Verlass Anhöhen, Grate und Gipfel. Halte Abstand zu Wasser, Metallzäunen und einzeln stehenden Bäumen.
3. Such im Wald Schutz zwischen niedrigeren Bäumen, nicht den höchsten.
4. Wenn es dich im Freien erwischt, geh auf deinem Rucksack oder einer Matte mit geschlossenen Füßen in die Hocke. Leg dich nicht flach hin.
5. In der Gruppe verteilt euch mit mindestens 15 Metern Abstand, damit ein Einschlag nicht alle trifft.
Warte 30 Minuten nach dem letzten Donner, bevor du weitergehst.
Ein vom Blitz getroffener Mensch ist nicht elektrisch geladen und kann gefahrlos berührt werden. Ruf den Notruf für deines Landes an und beginne mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung, wenn die Person nicht atmet.
Es wird dunkel und ich bin noch unterwegs. Was mache ich?
Entscheide, solange du noch sehen kannst, nicht danach.
1. Schau in den Tab Karte: wie weit es bis zum Lager ist, wie lange es dauert und wie viel Licht noch bleibt.
2. Wenn du vor der Dunkelheit auf einem klaren Weg eine Straße, ein Auto oder eine Hütte erreichen kannst, geh jetzt, gleichmäßig und ohne zu hetzen.
3. Wenn der Weg holprig, steil, weglos oder unbekannt ist, halte an, solange es hell ist. Im Dunkeln zu gehen ist der Grund, warum Menschen stürzen und sich verirren.
4. Such dir einen windgeschützten Platz, nicht auf nassem Boden, weg von Abbruchkanten und steigendem Wasser.
5. Zieh alle Schichten an, bevor dir kalt wird, iss etwas und setz dich auf deinen Rucksack.
6. Schone dein Handy: Stromsparmodus, Taschenlampe nur bei Bedarf. Mit der Taschenlampe deines Handys kannst du SOS blinken: dreimal kurz, dreimal lang, dreimal kurz.
Wenn jemand deinen Plan kannte, beginnt die Suche zu der Zeit, die du für deine Rückkehr genannt hast. Deshalb sagst du immer jemandem Bescheid.
Wenn du verletzt bist, stark frierst oder in Gefahr bist, ruf den Notruf für deines Landes an.
Was mache ich, wenn ich mich beim Wandern verlaufe?
In dem Moment, in dem du denkst, du könntest dich verlaufen haben, halte an. Fast jede Rettung wird schwerer, weil die Person weitergelaufen ist.
Nutze STOP:
1. Stehenbleiben. Setz dich hin, trink etwas Wasser, atme zwei Minuten. Panik verbrennt Energie und Urteilsvermögen.
2. Nachdenken. Wann warst du dir deiner Position zuletzt sicher? Woran bist du vorbeigekommen? Wo geht es bergab, und wo ist die Sonne aufgegangen?
3. Beobachten. Prüfe Empfang und Akku deines Handys, sieh auf die Karte, horche nach Straßen oder Wasser, such nach den Wegmarkierungen, von denen du abgekommen sein könntest.
4. Planen. Wenn du dir des Rückwegs zu deinem letzten bekannten Punkt sicher bist, geh langsam dorthin. Wenn nicht, bleib, wo du bist, besonders bei einbrechender Dunkelheit, bei Nebel oder wenn du verletzt bist.
Hast du Empfang, ruf die Notrufnummer für deines Landes an und gib deinen letzten bekannten Standort durch; viele Dienste können ein Handy orten. Dann spare Akku: Energiesparmodus, kein Surfen.
Mach es leicht, dich zu finden: Bleib im Freien, leg helle Kleidung auf einen Felsen, pfeif alle paar Minuten dreimal. Isoliere dich vom Boden und bleib trocken; Kälte ist die eigentliche Gefahr, nicht Hunger. Hinterlass beim nächsten Mal vor dem Start jemandem deine Routenplanung.
Wie mache ich Wasser trinkbar?
Unbehandeltes Wasser kann Bakterien, Viren und Parasiten tragen, die du weder siehst noch schmeckst. Behandle alles, außer es kommt aus einem Hahn, dem du traust. Das folgt den Empfehlungen von WHO und CDC.
1. Erst klären. Lass trübes Wasser absetzen und gieße es dann durch ein sauberes Tuch, einen Kaffeefilter oder ein Halstuch. Trübes Wasser schirmt Mikroben gegen Chemie ab.
2. Abkochen: 1 Minute lang sprudelnd kochen lassen (3 Minuten über 2000 Meter Höhe). Das tötet Bakterien, Viren und Parasiten. Abkühlen lassen und abgedeckt aufbewahren.
3. Chemisch, wenn du nicht kochen kannst: haushaltsübliches, unparfümiertes Chlorbleichmittel mit 5 bis 6 Prozent, 2 Tropfen pro Liter klaren Wassers (4 Tropfen bei trübem Wasser), umrühren und 30 Minuten warten. Oder Entkeimungstabletten, genau nach Packungsangabe. Chemie tötet Cryptosporidium nicht zuverlässig; Abkochen oder ein 1-Mikron-Filter schon.
4. Filtern: Ein tragbarer Filter mit 0,1 bis 0,2 Mikron entfernt Bakterien und Parasiten, aber keine Viren. Kombiniere ihn mit Chemie oder Abkochen, wo Viren ein Risiko sind.
Verlass dich nie auf fließendes Wasser oder klares Aussehen. Im Notfall zu Hause sind der Warmwasserspeicher und Eiswürfel gelagertes Trinkwasser. Halte 4 Liter pro Person und Tag für mindestens 3 Tage vorrätig: etwa 2 zum Trinken, den Rest zum Kochen und Waschen.
Was mache ich nach einem Schlangenbiss?
Die meisten Schlangenbisse in Europa stammen von Vipern wie der Kreuzotter. Sie sind schmerzhaft und müssen im Krankenhaus behandelt werden, aber Todesfälle sind selten, wenn man ruhig bleibt und Hilfe holt.
1. Geh von der Schlange weg. Versuch nicht, sie zu fangen oder zu töten.
2. Ruf den Notruf für deines Landes an.
3. Halte die Person ruhig und still, und das gebissene Körperteil ruhig und etwa auf Herzhöhe. Gehen verteilt das Gift schneller.
4. Nimm Ringe, Uhren und enge Kleidung in der Nähe des Bisses ab, bevor die Schwellung beginnt.
5. Merk dir die Uhrzeit des Bisses und, wenn es gefahrlos möglich ist, wie die Schlange aussah.
Schneide die Wunde nicht auf, saug sie nicht aus, kühl sie nicht mit Eis und leg kein Tourniquet an. Gib keinen Alkohol und keine Schmerzmittel wie Aspirin.
Hol ärztliche Hilfe, auch wenn es der Person gut geht: Symptome können Stunden brauchen, bis sie auftreten.
Wie mache ich auf mich aufmerksam, wenn ich Hilfe brauche?
Retter suchen nach Dingen, die nicht in die Natur gehören: gerade Linien, grelle Farben, regelmäßige Geräusche, Blitze.
Zuerst das Handy: Auch ohne Empfang im eigenen Netz können Notrufe über jedes beliebige Netz laufen. Ruf die Notrufnummer für deines Landes an (112 funktioniert in ganz Europa und auf den meisten Handys weltweit). Schick eine SMS, wenn der Anruf scheitert; SMS brauchen weniger Signal. Teile deinen Standort aus der Karten-App.
Ton: drei Pfiffe mit der Trillerpfeife, Pause, wiederholen. Dreimal irgendetwas ist das internationale Notsignal. Eine Pfeife trägt viel weiter als deine Stimme und wird nicht müde.
Sicht:
1. Ein Signalspiegel oder jede glänzende Fläche: Ziele mit der Reflexion auf Flugzeuge oder ferne Menschen, indem du zwischen deinen Fingern hindurch visierst. In der Sonne ist das über viele Kilometer sichtbar.
2. Helle Kleidung, eine Rettungsdecke oder eine flach ausgelegte Plane auf freier Fläche.
3. Bodenzeichen: Bau ein großes V (brauche Hilfe) oder X (brauche ärztliche Hilfe) aus Steinen, Stämmen oder festgetretenem Schnee, mindestens 3 Meter je Strich.
4. Feuer: nachts ein Feuer, tagsüber grüne Blätter für dichten Rauch. Nur wo es sicher und erlaubt ist.
Bleib im Freien und bleib an Ort und Stelle, sobald du ein Zeichen gegeben hast. Wer sich bewegt, ist schwer zu finden.
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