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Einen Baum lesen

Blatt, Rinde, Form und die Bäume des Mittelmeerraums

5 Min.AnfängerAktualisiert Einen Baum lesen
Du lernst
  • Bäume in Laub- und Nadelbäume aufteilen und dann nach dem Blatt in Hauptfamilien
  • Rinde und Silhouette nutzen, um Bäume im Winter zu bestimmen
  • Korkeiche, Steineiche, Pinie, Olive und Eukalyptus erkennen
⚠️ Manche Baumsamen und -früchte sind giftig (Eibenbeeren, Rosskastanien, Goldregenhülsen). Iss niemals Nüsse oder Samen von einem Baum, den du nicht zweifelsfrei bestimmt hast.
⚠️ Stell dich bei starkem Wind nicht unter Eukalyptus oder Pappel. Beide werfen ohne Vorwarnung große Äste ab.

Fang mit der großen Zweiteilung an

Jeder Baum ist entweder ein Nadelbaum oder ein Laubbaum. Nadelbäume tragen Nadeln oder Schuppen, bleiben meist das ganze Jahr grün und bilden Zapfen: Kiefern, Tannen, Zypressen, Wacholder. Laubbäume haben flache Blätter, und die meisten (nicht alle) werfen sie im Herbst ab: Eichen, Buchen, Ahorne, Birken, Eschen. Dann teil die Nadelbäume nach der Nadelanordnung. Kiefern tragen Nadeln in Büscheln zu 2, 3 oder 5. Tannen und Fichten tragen einzelne Nadeln: Tannennadeln sind flach und weich, Fichtennadeln vierkantig und spitz. Zypresse und Wacholder haben winzige Schuppen, die am Zweig anliegen. Laubbäume teilst du nach Blattform und Anordnung genau so, wie du es bei den Pflanzen gelernt hast. Frag: einfach oder zusammengesetzt, gegenständig oder wechselständig, gelappt, gesägt oder ganzrandig.

💡 Roll eine Nadel zwischen den Fingern. Rollt sie, ist es eine Fichte. Bleibt sie flach, ist es eine Tanne.

Blätter, die den Baum benennen

Ein paar Formen sind unverwechselbar. Eiche: gelappte Blätter mit runden oder spitzen Lappen, Eicheln in Bechern. Ahorn und Platane: handförmige Blätter mit 3 bis 5 spitzen Lappen, Ahorn gegenständig, Platane wechselständig mit fleckig abblätternder Rinde. Esche: zusammengesetzte Blätter mit 9 bis 13 Fiederblättchen, gegenständig, schwarze Knospen im Winter. Buche: glatte ovale Blätter mit welligem Rand und seidigen Haaren, wenn sie jung sind, ein grauer Stamm wie Elefantenhaut. Birke: kleine dreieckige gesägte Blätter an einem weißen, sich schälenden Stamm. Edelkastanie: lange Blätter von 15 bis 25 cm mit scharfen Sägezähnen, stachelige Hüllen um die Nüsse. Weide: lange schmale Blätter in Wassernähe. Rosskastanie: zusammengesetzte handförmige Blätter mit 5 bis 7 großen Blättchen, Kastanien in grünen Stachelkapseln.

💡 Heb ein heruntergefallenes Blatt zusammen mit einer Frucht oder Nuss auf. Das Paar engt den Baum auf ein oder zwei Arten ein.

Rinde und Form im Winter

Ohne Blätter hast du immer noch Rinde, Silhouette und Knospen. Rinde: Birke ist weiß und papierartig; Buche glatt und grau; Eiche tief in Rippen gefurcht; Platane blättert in cremefarbenen und olivgrünen Flecken ab; Kirsche hat waagerechte Linien wie Nähte; Kiefer ist geplattet wie rötliche Puzzleteile. Silhouette: Eichen breiten sich weit aus mit gedrehten Ästen; Pappeln zeigen nach oben wie ein Pinsel; Buchen bilden dichte Kuppeln; Kiefern verlieren die unteren Äste und tragen eine hohe Krone. Knospen: Esche hat schwarze Knospen, Rosskastanie dicke klebrige braune Knospen, Buchenknospen sind lang, dünn und spitz wie Zigarren. Die Bestimmung im Winter wirkt schwerer, aber mit nur drei oder vier Merkmalen zum Prüfen geht sie oft schneller.

💡 Geh 30 m zurück, bevor du näher herantrittst. Die Form sieht man aus der Entfernung am besten.

Mittelmeerbäume, denen du begegnen wirst

In Portugal und im westlichen Mittelmeerraum ist die Baumliste kurz und unverwechselbar. Korkeiche (sobreiro, Quercus suber): immergrün, kleine ledrige Blätter, unterseits grau, dicke schwammige Rinde, die alle 9 Jahre geschält wird und einen rostroten Stamm mit aufgemalter Zahl hinterlässt. Steineiche (azinheira, Quercus ilex): immergrün, dunkle runde Krone, stechpalmenartige junge Blätter, süße Eicheln, die das iberische Schwarzschwein füttern. Pinie (pinheiro manso): schirmförmige Krone, Nadeln zu zweit, große runde Zapfen mit essbaren Pinienkernen. Olive: silbergraue schmale Blätter, gedrehter Stamm. Eukalyptus: hoch, blaugrüne sichelförmige Blätter, die nach Menthol riechen, in langen Streifen abblätternde Rinde, für Zellstoff gepflanzt und berüchtigt dafür, Waldbrände anzuheizen. Johannisbrot und Mandel füllen den Süden.

💡 Eine auf einen blanken roten Stamm gemalte Zahl ist das Jahr der letzten Korkernte.

Bau deine Baumliste auf

Nimm dir zehn Bäume vor, die du auf den ersten Blick benennen kannst. Wähl die zehn häufigsten dort, wo du lebst, nicht die zehn interessantesten in einem Buch. Geh eine Strecke ab und fotografiere jeden Baum mit Blatt, Rinde und Frucht. Prüf jeden gegen einen regionalen Führer und schreib die bestätigenden Merkmale in dein Notizbuch. Dann prüf dich eine Woche später auf derselben Strecke und die Woche darauf auf einer anderen. Bäume laufen nicht weg, du kannst sie also so lange wieder besuchen, bis Sicherheit da ist. Wenn du zehn kennst, kommen die nächsten zehn schneller, weil du Familien wiedererkennst. Der Gewinn ist praktisch: Du weißt, welches Holz gut brennt, welcher Baum essbare Nüsse gibt und welcher dir sagt, dass der Boden nass ist.

💡 Lern zuerst die Bäume an deinem Arbeitsweg. Die siehst du jeden Tag.

Teste dich

Ein Nadelbaum, dessen Nadeln sich leicht zwischen den Fingern rollen lassen, ist eine:

Fichtennadeln sind im Querschnitt vierkantig und rollen. Tannennadeln sind flach und rollen nicht. Kiefern tragen Nadeln in Büscheln.

Welcher Baum hat eine dicke schwammige Rinde, die alle neun Jahre geerntet wird?

Die Rinde der Korkeiche (sobreiro) wächst nach und wird etwa alle neun Jahre geschält. Auf den blanken Stamm wird das Erntejahr gemalt.

Schwarze Knospen im Winter an einem gegenständig verzweigten Baum bestimmen:

Die Esche ist der Baum mit den auffälligen schwarzen samtigen Knospen und gegenständiger Verzweigung. Buchenknospen sind lang und spitz, Rosskastanienknospen sind klebrig.

Ein hoher Baum mit in Streifen abblätternder Rinde und sichelförmigen, nach Menthol riechenden Blättern ist:

Eukalyptus wurde in Portugal großflächig für Zellstoff gepflanzt. Seine öligen Blätter und die lose Rinde lassen ihn bei Waldbränden heftig brennen.

Probier es echt aus: Zehn Bäume auf einer Strecke

  1. Wähl einen Spaziergang von 20 bis 30 Minuten, den du regelmäßig machst.
  2. Fotografiere jeden unterschiedlichen Baum daran: ganzer Baum, Blatt, Rinde, Frucht oder Zapfen.
  3. Bestimm jeden mit einem regionalen Führer und notiere die zwei Merkmale, die ihn bestätigen.
  4. Geh die Strecke eine Woche später ab und benenne jeden Baum, bevor du in deine Notizen schaust.
  5. Hör bei zehn bestätigten Bäumen auf.

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Quellen

Vom Human-Skills-Team geschrieben und anhand der Quellen unten geprüft. Wie wir Inhalte prüfen

  • Royal Horticultural Society (RHS)
  • ICNF Instituto da Conservação da Natureza e das Florestas
  • Woodland Trust tree identification guides

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